Der Lebenslauf - Der "elektronische CV"

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Unter „elektronischem Lebenslauf“ versteht man heute den Begriff, seine Bewerbungs-Unterlage per Email zu versenden.

Diese Methode, sich per Email und mit seinem CV als Attachment für eine vakante Position zu bewerben ist inzwischen üblich geworden.

Was ist ein CV und wie sollte so eine Bewerbung aussehen? Das wollen wir hier kurz klären und ein paar Tipps zu Form und Inhalt geben.

Was ist ein CV und wie sollte er aussehen?
1. Der Begriff „CV“
Der „CV“ (Curriculum Vitae) ist eine spezielle Form der Bewerbungsunterlage. Diese Form wurde aus dem amerikanischen Personalmarkt übernommen und setzt sich zunehmend auch in Deutschland durch.
Im Gegensatz zum klassischen deutschen Lebenslauf, der chronologisch und „von hinten nach vorne“ aufgebaut ist (also beginnend mit den ersten Stationen) beginnt der CV mit den jüngsten Ereignissen. Die aktuellen Ergebnisse werden also nach vorne gestellt und bilden so ein verkaufs-orientiertes Werkzeug. Der Verfasser ist im Mittelpunkt seines Verkaufsprospektes über seine Person und das muss man nutzen, um dem Leser damit seine Erfahrungen, Talente und Vorzüge bezogen auf die Aufgabe, für die man sich bewirbt „rüber zu bringen“.
Die Kunst ist es also, aus diesem Steckbrief eine interessante und leicht lesbare Lektüre zu machen, die den Leser anregt, mehr über die Person zu erfahren. Daher sollte man Qualität vor Quantität setzen, nicht mit Fakten erschlagen, sondern seine persönlichen Erfahrungen, beruflichen Stationen und gelernten Fertigkeiten mit kurzen Kommentaren und Analogien versehen.
Inhaltlich muss daher sorgfältig formuliert werden und auf die Vakanz, auf die Sie sich gerade bewerben, genauestens abstimmen.
Nehmen Sie dem Leser das Denken ab, warum genau SIE für diese Position die richtige Besetzung sind – und überlassen Sie das nicht dem Zufall.

Ihr CV soll also vor allem Interesse an Ihrer Person wecken und dem Leser „Appetit“ darauf machen, Sie kennen zu lernen.
Nehmen Sie daher keine standardisierten Floskeln oder tabellarischen Formulare, aus denen erkennbar ist, welches Buch dazu Sie gerade gelesen haben. Drücken Sie „Ihrem Lebenslauf“ den eigenen persönlichen Stempel auf, eine gewisse Kreativität fördert das Interesse und die Neugier an ihrer Person. Nur übertreiben soll man es auch nicht, es sei denn, Sie bewerben sich als Kreativdirektor bei einer Agentur. Es gibt nur ein paar Dinge, die zentral wichtig sind, deshalb haben wir im Anschluss einen Leitfaden dazu zusammengestellt.

2. Die Form

Erstellen und Versenden Sie immer nur ein Dokument. Das ist übersichtlicher und zur weiteren Bearbeitung des Adressaten besser archivierbar. Versenden Sie keine ZIP-Dateien mit 50 Anhängen, das ist nicht zu handeln und wird in der Regel aus Sicherheitsgründen gar nicht erst geöffnet. Nur die letzten Zeugnisse sollten in das Word Dokument hinein kopiert werden, zu viel Information, zu viele Zeugnisse wirken eher kleinkariert und blähen auch die Größe des Dokumentes unnötig auf. Oft werden Zeugnisse sowieso nicht mehr so hoch bewertet. Sollte der Adressat mehr Information benötigen, wird er sie später explizit anfordern.

3. Der Aufbau der Bewerbung
Formulieren Sie als erste Seite ein nettes, sympathisches, aber kurzes Anschreiben. Beziehen Sie sich auf die Position und erklären sie kurz, warum Sie auf die Vakanz ideal passen. Nehmen Sie dem Leser dabei das Denken und Interpretieren ab. Machen Sie nur keine Ausflüge in Superlative oder Floskeln ( Ich war schon immer ein Menschenkenner...“, „Ich bin ein echter Vertriebsprofi...“), sondern benutzen Sie Fakten und beschreiben authentisches Verhalten von Ihnen.
Auf der zweiten Seite nach dem Anschreiben können Sie ein Photo von sich einbauen und dabei die wesentlichsten Daten zu Ihrer Person skizzieren. Bitte geben Sie sich Mühe mit dem Photo, denn "ein Bild sagt mehr als tausend Worte". Gehen Sie idealerweise zu einem Photographen - das Geld ist gut investiert.
Verschweigen Sie nie ihr Alter, auch wenn sie sich zu alt für die Position fühlen. Damit diskriminieren Sie sich nur selbst und schüren unnötiges Misstrauen.
Erwähnen Sie auch Gehaltsvorstellungen, Kündigungsfristen und alle relevanten persönlichen Daten zu Ihrer Person.
Ein Lebenslauf ist ein Dokument, es sollte deshalb auch unterschrieben sein und ein Datum enthalten. Das gilt auch bei elektronischen Lebensläufen mit Ihrer eingescannten Unterschrift – das wirkt zudem professionell. Lassen Sie die Bewerbung unbedingt von einem Dritten Korrektur lesen - Fehler sind mehr als nur peinlich, sie lassen Rückschlüsse auf Sorgfalt, persönliches Arbeitsverhalten und mangelhafte Deutschkenntnisse zu.

Verwenden Sie nicht zu viele verschiedene Schrifttypen, ändern Sie nicht zu oft das Format und den Stil (fett, kursiv, unterstrichen ...), das macht den Lebenslauf nur unruhig. Hält man eine Stilform ein, ist der Lebenslauf übersichtlicher.

4. Inhalte
Beginnen Sie mit Ihrer letzten Tätigkeit.

Listen Sie Zeit (Monat/Jahr) mit Positionsbezeichnung und Firma auf. Beschreiben Sie dann kurz das Unternehmen, eventuell die Firmenkultur und erläutern Sie Ihre Aufgabe. Nehmen Sie dabei Bezug auf die Dinge, die für den Leser besonders interessant sind in Bezug auf die Vakanz und geforderten Fähigkeiten und Erfahrungen, auf die Sie sich bewerben. Es wird also Station für Station der Schwerpunkt der Tätigkeit dargestellt, sowie besondere erworbene Kenntnisse. Diese Ausführungen orientiert man idealerweise an der ausgeschriebenen Position.

Stellen Sie Tätigkeiten, die für die angestrebte Position nützlich sind, ausführlicher dar. Wichtige Punkte sind in diesem Zusammenhang: besonderes Know How, Personalverantwortung und Budgetverantwortung, sowie z.B. Kunden und betreutes Gebiet/ Branchen bei Vertriebspositionen. Zur Beschreibung der Tätigkeit bitte Stichpunkte verwenden und keine "Romane" verfassen. Sollten die Unternehmen, bei denen Sie tätig waren, weniger bekannt sein, so geben Sie eine kurze Erklärung oder ein kurzes Firmenprofil darüber ab.

Erklären Sie auch kurz zwischen den Stationen, warum Sie von deiner Position zur nächsten gegangen sind, also Ihre Wechselgründe. Es sollte damit ein roter Faden erkennbar sein, das wirkt strategisch und zwingt, dass Sie Ihre Karriere sinnvoll planen. Hobbies: Die Nennung der Hobbies ist grundsätzlich interessant. Sie geben einen zusätzlichen Einblick in Ihre Person. Allerdings sollten diese "insides" nicht zu detailliert dargestellt werden. Eher kurz halten. Seien Sie darauf gefasst, dass man Sie im Interview darauf anspricht, um sie besser kennen zu lernen.

Bezüglich des Zeitraums einer Ausbildung/Weiterbildung/Beschäftigung ist es wichtig, auch Monate der Beschäftigung und nicht nur Jahreszahlen anzugeben.

Ist es nicht möglich den Lebenslauf von Anfang bis Ende chronologisch aufzubauen, muss innerhalb der Unterpunkte die Chronologie eingehalten werden. Die persönlichen Angaben müssen vollständig sein. Wichtig ist die Nennung einer Telefonnummer, da immer mehr Unternehmen dazu übergehen, den Bewerber gleich direkt telefonisch zu kontaktieren. Es macht keinen guten Eindruck, wenn das Unternehmen erst die Telefonnummer eruieren muss. Sollten sie bestimmte Kontaktaufnahmeformen (oder -zeiten) nicht wünschen, so schreiben sie dies explizit dazu (z.B. in der Firma). Praktika / Weiterbildungen:

Nicht alle Praktika und Weiterbildungen sind wichtig. Praktikas sind dann wichtig, wenn man noch nicht mehrere Jahre Berufserfahrung hat. In diesem Fall sollte auch die Tätigkeit während des Praktikums ausführlicher dargestellt werden, gerade, wenn sie für die Position, für die man sich bewirbt, hilfreich ist. Dies spielt im technischen Bereich eine große Rolle.

Weiterbildungen sind insofern wichtig, wenn sie einen Beitrag zur besseren Qualifikation für die angestrebte Position leisten. In diesem Fall werden sie, ebenfalls wie die Praktika, bezüglich der Inhalte ausführlicher dargestellt. Schule / Ausbildung / Studium: In diesem Bereich ist auf jeden Fall der höchste Abschluss anzugeben. Ist das ein Studium, dann unter Nennung der Fachrichtung und des Studienschwerpunktes, sowie der Hochschule an der man studiert hat.

Wurde vor dem Studium bereits eine Ausbildung absolviert, sollte auch diese genannt werden. Sprachkenntnissen sind aufzuführen. Ebenso werden PC-Erfahrung und andere Kenntnisse, gerade im technischen Bereich, aufgeführt.

Ein Beispiel eines "Muster-CV" finden Sie hier

Viel Erfolg!