Sollten Headhunter dem Trend: „go social“… folgen ?

Interview von Experteer mit Christian PAPE, CEO und Gründer der PAPE Consulting Group AG Personalberatung

EXPERTEER: „Ist PAPE Experte für das Thema „Why should headhunter go social?“

PAPE: „Headhunter müssen dorthin gehen, wo die erstklassigen Kandidaten „abzuholen“ sind. Und ohne social media geht heute garnichts mehr. Wer hier nicht präsent ist, der gilt nicht nur als „old school“ sondern ist es auch. Und genau von diesem „old boys network“ hat sich die moderne Beraterzunft inzwischen weit entfernt. Vorbei ist die Zeit, als Headhunter noch Dunkelmänner waren, mindestens 70 Jahre alt und schlecht zu Fuß, wenig erzählt haben über ihre Auftraggeber und dafür aber umso mehr wissen wollten von den Kandidaten, die sie konspirativ und geheimnisvoll angesprochen haben.

Transparenz, Offenheit und Innovation hat die Spreu inzwischen vom Weizen getrennt. Es gibt mehr Personalberatungen, die zumachen müssen als die, die erfolgreich sind. Und das, obwohl der Bedarf an Fach- und Führungskräften so groß ist. Das zeigt den Selektionsprozess und, dass Personalberatung kein Brot- und Buttergeschäft ist, in dem nur bunte Smarties durch die Luft fliegen.

Wir sind nun 25 Jahre am Markt, hätten wir den Wandel nicht vollzogen – dann gäbe es uns nicht mehr und wir wären sicher nicht so präsent und erfolgreich bei Google, in den Social-Medien und letztlich in der Qualität unserer Arbeit und – wir wären sicher nicht als No.1 von Experteer im Bereich E-Brand ausgezeichnet worden.“

EXPERTEER: „Die Personalberatungsbranche ist eher „analog“ – vieles dreht sich um den persönlichen Kontakt. Welche Vorteile sehen Sie darin, als Personalberatung auf sozialen Kanälen aktiv zu werden?“

PAPE: „Das eine schließt das andere nicht aus. Natürlich zählt der persönliche Kontakt, aber davor muß die Kontaktaufnahme erfolgen und es gilt auch aus Imagegründen, dem verstaubten Headhunterimage entgegen zu wirken. Und das geschieht eben auch zunehmend über diesen Weg.
Social Media umfasst ja nahezu alles in der digitalen Welt, das der gegenseitigen Kommunikation und dem interaktiven Austausch von Informationen dient. Das sind Foren, Blogs, Foto-Sharing, Produkt-/Service-Reviews, Social Bookmarks, soziale Spiele, soziale Netzwerke, Videoportale und virtuelle Welten. Im Business Umfeld sind es in erster Linie XING, LinkedIn, Experteer, die Jobbörsen uvm. Es will also gut überlegt sein, wann ein Berater was und warum nutzt, um nicht zu „überpowern“ und sich damit zu disqualifizieren. Das ist heute genauso wichtig, wie der eigentliche Austausch und es ist Teil des „intellectual properties“ jeder Personalberatung. Auch wir haben hier unsere ganz eigene Vorgehensweise und pflegen dieses Know how.

EXPERTEER: „Gibt es spezielle Kanäle – Twitter, Facebook? – auf denen eine Präsenz unerlässlich ist? Wie sollten Personalberatungen diese Kanäle nutzen?“

PAPE: „Man muss trotz allem social-media-Hype auch feststellen, dass die meisten zwischen Beruf und Privatem trennen und gerade auf Facebook oder Instagram auch privat bleiben möchten. Daher ist eine Präsenz auf diesen Plattformen derzeit für eine Personalberatung mehr noch ein Marketinginstrument.“

EXPERTEER: „Was erwarten Kandidaten von Personalberatungen, die auf sozialen Kanälen aktiv sind?“

PAPE: „Sie erwarten in erster Linie, dass der Berater weiss, was er tut und bei aller „Offenheit des Internets“ auch diskret bleibt. Das ist ganz essentiell. Er erwartet zudem, dass die Ansprache etwas besonderes und individuelles ist und keine Massenwurfsendung oder Serienmail. Die Wertschätzung der Person muss erhalten bleiben.“