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Bewerbungsgespräche simulieren – mithilfe einer KI?

Bewerbungsgespräche simulieren – mithilfe einer KI?

Bewerbungsgespräche simulieren – mithilfe einer KI? 640 581 Monika Huber

PARTNER Bein PAPE PersonalberatungBewerbungsgespräche simulieren? Das ist eine gute Idee. Aber gelingt das auch mit einer Künstlichen Intelligenz?  Google stellt ein neues Online-Tool vor: Interview Warmup. Mithilfe einer künstlichen Intelligenz lässt sich ein Bewerbungsgespräch mit verschiedenen Fragen simulieren.

Es kann ein Nachteil oder aber auch ein Vorteil sein, dass dieses Tool nur in englischer Sprache angeboten wird. Einerseits ist es eine weitere Hürde, dieses Tool zu nutzen. Andererseits wiederum kann man sich somit auch in der englischen Sprache üben.

Wie funktioniert Interview Warmup?

Google versichert in den FAQs, dass die Daten sicher seien und nicht gespeichert werden. Sollte man also meine Übung speichern wollen, dann muss man sie nach der Sitzung insgesamt oder einzeln auf meinem PC speichern.

Google lässt dem Kandidaten im ersten Schritt die Wahl zwischen sechs Optionen: Data Analytics, E-Commerce, IT-Support, Project Management, UX Design und General. Die Übung beinhaltet fünf Fragen, die mir im Anschluss gestellt werden. Die Fragen werden aufgeteilt in:

  • Hintergrundfragen: Die Kandidaten müssen Fragen zum bisherigen Werdegang beantworten. Fragen zur Ausbildung oder zur Berufserfahrung sind in diesem Portfolio.
  • Situative Fragen: Die Kandidaten müssen hier über frühere Situationen und deren Umgang reflektieren. Wie würden sie in Zukunft damit umgehen?
  • Technische Fragen: Die Künstliche Intelligenz fragt nach den eigenen Fachgebieten, Kenntnissen und Fachwissen.

Die Stimme eines jungen Mannes ertönt und liest die Fragen vor. Die Antworten kann man daraufhin entweder über das Mikrofon einsprechen – der Computer transkribiert die Antwort – oder man gibt sie über die Tastatur ein. Diese Antwort kann daraufhin analysiert werden. Google schlägt hierbei drei Kategorien vor: Job-related Terms – hier schlägt Google die Begriffe vor, die es für diesen Job gibt, most used words – hier wird der Text analysiert, ob Wörter öfter genutzt werden – talking points – hier werden Bereiche vorgeschlagen, über die man reden kann, wie Erfahrung, Ziele oder Interessen. Die Antwort kann man dann erneut aufnehmen oder bearbeiten.

Was kann man davon lernen?

So ein Online-Tool hat gewisse Grenzen. Humoristische Bemerkungen zum Beispiel werden gar nicht honoriert. Für die Menschen, die ihre Englisch-Kenntnisse verbessern wollen, mag dies eine gute Übung sein. Man sieht, wo man die Antworten noch überarbeiten kann. Es ist auch möglich, die Übung zu wiederholen, so dass man besser wird.

Außerdem hilft es, sich bei der Vorbereitung auf ein Vorstellungsgespräch über bestimmte Themen klar zu werden. Allerdings sind die 40 Fragen zum jeweiligen Arbeitsfeld ebenso begrenzt. Es mag durchaus sinnvoll sein, dies als Sprachübung und Anregung zu nutzen.

Die Grenzen des Online-Tools

Gute Recherche bei der Jobwahl

Es kann keine Bewerbungsgespräche simulieren. Die KI kann die Motivation des einzelnen nicht beurteilen. Zudem gibt es nicht die Möglichkeit, kommunikative Fallen zu üben.Im Internet kursieren viele Anleitungen um Thema Vorstellungsgespräch. Dieses Online-Tool ist ein Teil davon. Mit Tipps für das Vorstellungsgespräch und den entsprechenden Fragen setzt man sich mit bestimmten Situationen auseinander. Unter anderem die Karriereseite von Google empfiehlt, sich mit fünf Fragen auseinander zu setzen.

Dennoch: Jedes noch so optimierte Online-Tool wird eine direkte Rückmeldung eines Menschen nicht ersetzen können. Letztlich werden die Antworten nur auf bestimmte Aspekte optimiert. Offen dagegen bleiben meistens Antworten zu den Soft-Skills, dem Umgangston oder aber auch der Mimik und Gestik. Das Gesamtbild fehlt bei diesem KI-gesteuerten Online-Tool.

Fazit

Als Übungsplattform und Anregung ist das Interview Warmup von Google gut geeignet. Wenn man sich dazu noch in der englischen Sprache verbessern möchte, ist dies hier mit etwas eigenem Aufwand auch möglich. Allerdings sollten schon fortgeschrittene Kenntnisse in der englischen Sprache vorhanden sein.

Dieses Online-Tool richtet sich vornehmlich an Kandidaten, die bei Google ihr Vorstellungsgespräch haben. Google möchte es damit Bewerbern leichter machen, sich auf das Vorstellungsgespräch vorzubereiten. Somit können Antworten auf gängige Fragen besser strukturiert werden. Der Fokus liegt dabei darauf, Worthülsen und Wiederholungen zu vermeiden. In Zeiten des Fachkräftemangels zeigt Google hier seine Stärke. Es positioniert sich als guten zukünftigen Arbeitgeber, indem das Unternehmen sogar bei den Vorbereitungen auf das Vorstellungsgespräch hilft.

Inwieweit die intensive Nutzung des Online-Tools einen Erfolg verbucht, das wird sich zeigen.

Das Online-Tool Interview Warmup mag ein Training in bestimmten Bereichen sein. Bewerbungsgespräche simulieren kann das Tool aber nicht. Holen Sie sich für eine intensive Vorbereitung lieber professionelle Hilfe.

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