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Mythen und Wahrheiten in der Personalberatung

Mythen und Wahrheiten in der Personalberatung

Mythen und Wahrheiten in der Personalberatung 357 274 Monika Huber

Mythen in der PersonalberatungMythos oder Realität?

Wie so oft klaffen Mythen und Realität auch in der Personalberatung auseinander. Dennoch steckt im Mythos meist ein kleiner Kern Wahrheit.

Um generell Mythos und Realität zu unterscheiden, bedarf es einer genauen Betrachtung. Folgende Fragen führen dazu, Aussagen richtig einzuordnen:

  • Ist die Aussage logisch nachvollziehbar und aktuell?
  • Ist es eine verallgemeinerte Aussage?
  • Woher stammt die These?
  • Was sagen andere Quellen?

Mythen in der Personalberatung

Personalberater, Headhunter, Personalvermittler – momentan möchten viele „schnelles“ Geld verdienen. Die Nachfrage nach externen Dienstleistern wächst aufgrund des Fachkräftemangels. Daher werden auch in Positionen, die bisher von den Firmen direkt besetzt wurden, vermehrt Personalberatungen zu Rate gezogen. Einigen Kandidaten sind Personalberatungen suspekt. Andere wiederum setzen Personalberatungen mit Zeitarbeitsfirmen gleich.

Fach- und Führungskräfte, die zum ersten Mal Kontakt mit einem Personalberater oder Headhunter haben, sind erst einmal skeptisch und setzen sich mit gängigen Mythen auseinander. Wir beleuchten einige Mythen in Bezug auf die Personalberatung und überprüfen diese auf ihren Wahrheitsgehalt.

Mythen in der Personalberatung - BewerbungMythos Nummer 1: Die direkte Bewerbung

Behauptung: „Die direkte Bewerbung beim Unternehmen hat höhere Erfolgschancen als die beim Personalberater.“

Realität: Die Erwartungshaltung unserer Klienten ist, dass wir Ihnen Kandidaten vorstellen, die ihrem Anforderungsprofil entsprechen. Unsere Qualität besteht darin, die Wünsche und Anforderungen der Auftraggeber zu erfüllen. Zwar sind wir als Personalberater dadurch gezwungen, genauer hinzusehen. Dennoch wird eine Bewerbung direkt beim Unternehmen weniger zielführend sein. Entweder die Bewerbungsunterlagen werden an uns weitergeleitet oder aber die Unternehmen verlassen sich auf unsere Dienste. Zur Realität gehört auch, dass kein Kandidat zu 100 Prozent den Anforderungen entspricht. Den Personalberatern obliegt die wertvolle Aufgabe, die Klienten zu beraten, was es tatsächlich braucht, um die vakante Position gut auszufüllen. Es mag vielleicht ein zusätzliches Gespräch über den Personalberater nötig sein. Dennoch ist die Fürsprache des Beraters der Weg, der meistens die Tür zur neuen Stelle öffnet.

Wir raten daher: Gehen Sie direkt in das Gespräch mit dem zuständigen Personalberater und erörtern Sie gemeinsam, welche Fähigkeiten Sie für die vakante Position mitbringen. Wenn Sie den Headhunter überzeugen konnten, finden Sie in ihm einen starken Fürsprecher für Ihre Bewerbung.

BewerbungMythos Nummer 2: Das wandelnde Lebenslauf-Lexikon

Behauptung: „Recruitingfirmen gehen mit den Lebensläufen bei vielen Firmen hausieren.“

Realität: Der Mythos hält sich in der Personalberatung hartnäckig, vor allem wenn Kandidaten eine Initiativbewerbung absenden, dass Personalberater und Headhunter den Lebenslauf an eine Vielzahl von Firmen senden, um einen schnellen Abschluss zu erzielen. Dies widerspricht aber klar gegen die Datenschutzverordnungen. Sollte eine Personalberatung diese Praxis vollziehen, wird dies zu schwerwiegenden Folgen führen.

Wir raten daher: Egal ob Initiativbewerbung oder Bewerbung auf eine bestimmte Stelle, erkundigen Sie sich am besten telefonisch über die Vorgehensweise. Stellen Sie bei einer Vakanz zugleich weiterführende Fragen. Dies führt einerseits dazu, dass Sie Sicherheit gewinnen und weitere Informationen bekommen. Andererseits hebt Sie das auch von den Kandidaten ab, die sich nur schriftlich bewerben.

Das Gießkannen-PrinzipMythos Nummer 3: Das „Gießkannen-Prinzip“: Viel hilft viel

Behauptung: „Wenn ich meinen Lebenslauf an viele Unternehmen oder Personalberatungen/Headhunter sende, habe ich größere Chancen auf eine Anstellung.“

Realität: Kennen Sie auch das Sprichwort: „Viele Köche verderben den Brei“? So ist auch, wenn Sie Ihren Lebenslauf zuhauf versenden. Erstens wissen Sie am Ende gar nicht mehr, wo Ihre Daten sind. Ihnen fehlt der Überblick, um keinen Missbrauch auszuschließen. Die Gefahr ist viel größer, dass unbefugte Personen über Ihren Wechselwillen informiert werden. Zweitens sind die Personalberatungen und Unternehmen teilweise eng verbunden. Sie können mit dem „Gießkannen-Prinzip“ Ihren Namen verbrennen, so dass Sie dadurch weniger Chancen haben.

Entdecken Sie zudem auf der Seite einer Personalberatung mehrere Personen, die zu Ihnen passen könnten? Dann senden Sie doch gleich allen Ihren Lebenslauf? Normalerweise verfügen die Personalberatungen über ein zentrales System, auf das alle Berater zugreifen können. Sie brauchen sich also nicht zu entscheiden, wen Sie anschreiben. Eine zentrale Bewerbung oder eine direkte Bewerbung auf eine bestimmte Stelle reicht vollkommen aus.

Wir raten daher: Weniger ist mehr! Informieren Sie sich im Vorfeld über Branchen und vakante Positionen. Senden Sie Ihren Lebenslauf gezielt und individuell ab.

Mythen in der Personalberatung - Künstliche IntelligenzMythos Nummer 4: Vorsicht vor der KI

Behauptung: „Die eingegangen Online-Bewerbungen werden mithilfe einer KI bereits vorsortiert.“

Realität: Solche Tools existieren und werden auch vielleicht von manch einer Personalberatung eingesetzt. Da diese Tools immer noch fehleranfällig sind und nur bestimmte Kriterien filtern können, setzen wir diese nicht ein. Die Bewerbungen werden von unseren Personalberatern persönlich gesichtet und eingeordnet.

Wir raten daher: Ob KI oder Mensch: Die zentralen Schlagwörter der Stellenausschreibung müssen sichtbar sein. Sollten Sie an eine KI geraten, ist hier auch die richtige Schreibweise wichtig. Generell gilt: Ausführliche Lebensläufe erleichtern die Entscheidung. Dennoch sollten Sie darauf achten, weiterhin kurz und prägnant zu bleiben. Tipps zur Erstellung eines Lebenslaufes finden Sie hier.

VertragMythos Nummer 5: Die Vertragsabschluss-Gier

Behauptung: „Personalberater wollen schnell Profit machen und reihen einen Abschluss nach dem Nächsten.“

Realität: Es gibt Personalberatungen, die nach dem Erfolgsprinzip arbeiten. Das heißt, sie bekommen Geld von Unternehmen, sobald sie den richtigen Kandidaten gefunden haben und der Arbeitsvertrag unterzeichnet. Meistens senden die Auftraggeber in einem solchem Fall auch unterschiedliche Personalberater ins Rennen gemäß dem Motto: Wer zuerst kommt, malt zuerst. Dies erzielt zwar schnelle, aber keine langfristen Erfolge. Personalberater, die im Alleinauftrag für Klienten suchen, setzen den Fokus auf die Qualität der fachlichen Expertise sowie der Persönlichkeit der Kandidaten.

Wir raten daher: Ein guter Personalberater begleitet Sie im Rekruitierungsprozess. Fragen Sie daher im ersten Gespräch nach diesen Punkten:

  • Angebotene Serviceleistungen
  • Die einzelnen Projektphasen
  • Die weiteren Schritte

„Der größte Feind der Qualität ist die Eile.“
Henry Ford – Gründer der Ford Motor Company

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