Vom Honeymoon-Hangover-Effekt…Warum nach einem Jobwechsel oft die Ernüchterung kommt

Der Honeymoon-Hangover-Effekt

Von Christian Pape

Drum prüfe, wer sich länger bindet: Warum nach einem Jobwechsel oft Ernüchterung eintritt.

Haben Sie einen neuen Job gefunden? Gratuliere, Sie werden sicher euphorisiert in Ihre neue Bestimmung starten und mit Elan und Freude in ihr neues Jobparadies taumeln. Aber wundern Sie sich nicht, wenn die Welle der Begeisterung schon bald erste Dämpfer bekommt und im besten Fall in einen Normalmode übergeht.

Weniger gut ist es aber, wenn es zu Frustration führt und in die Schlussfolgerung mündet, dass die Wiese der Konkurrenz doch nicht so grün ist, wie es schien und die Versprechen des Unternehmens, der Mega-Arbeitgeber auf dem Planeten zu sein – sich doch nicht so bestätigt, wie es im Vorstellungsgespräch vollmundig angekündigt wurde.

US-Wissenschaftler wie Wendy Boswell erforschten, dass die Zufriedenheit im Zuge einer neuen Anstellung zunächst steil ansteigt (Honeymoon), um dann in der Folge wieder ernüchternd abzunehmen (Hangover). Sie nennen das den Honeymoon-Hangover-Effekt.

Während man aber bei einer Partnerschaft oder Ehe doch sehr genau hinschaut, bevor man sich „ewig“ bindet, ist man bei einem Jobwechsel viel weniger kritisch. Ein gelungenes Vorstellungsgespräch, eventuell noch ein zweites und schon ist es passiert. Der Kaffee war gut, die Kekse auch, hier wird man nicht verhungern, also nichts wie hin.

Warum ist man so unkritisch, wenn es um berufliche Entscheidungen geht? Das hat Christian Pape auch in seinem Buch „Lust auf den Traumjob“ ausführlich erklärt und angemahnt, weniger den Bauch, sondern mehr den Kopf zu befragen und im Vorfeld genau zu recherchieren, was einen später erwarten wird.

Denn mangelnde und unkritische Recherche sowie Plattitüden und Worthülsen im Anbahnungsprozess  sind ein wesentlicher Grund dafür, warum nach einer Zeitverzögerung die Ernüchterung eintritt, meist für Unternehmen und Arbeitnehmer in gleichem Maß. Es ist wie im wirklichen Leben: Zunächst trägt man in einer Partnerschaft die rote Brille, dann aber stellt sich die Realität ein und man bemerkt auch die negativen Seiten der Partnerin/des Partners.

Die „Magie des neuen Jobs“ macht erst einmal glücklich, die „Job-Flitterwochen“ beginnen. Aber spätestens nach einem Jahr tritt die Ernüchterung ein und der Entscheidungskater gewinnt die Oberhand. (Siehe auch The magic of the new: How job changes affect job satisfaction).

Und dann ist man gefangen in seinem Job und hat wenig Antrieb, sich noch einmal zu verändern. Chance vertan? Absolut! Muss das sein? Nein. Also was ist die Lösung?

Eine realistische Erwartungshaltung, eine gut überlegte Kopfentscheidung und eine sorgfältige Recherche im Vorfeld helfen, eine Entscheidung wohl überlegt fällen zu können. Auch ein Personalberater, der seinen Auftraggeber bestens kennt, wird helfen, den „Perfect Fit“, wie wir das nennen, zu überprüfen.

Denn er hat nichts von einer Fehlentscheidung, weil seriöse Headhunter Garantien für die Dauer der Probezeit geben und keine Lust haben, ohne Honorar eine erneute Suche zu starten.


Zudem tun die Firmen gut daran, keine Phrasen zu dreschen, sondern ein authentisches Bild über sich abzugeben, damit auch Bewerber eine auf Tatsachen beruhende Entscheidungsgrundlage haben.