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    Was versteht man unter Active Sourcing?

    Pape Personalberatung Begriffserklärung

    Personalberatung Fachwissen

    Active Sourcing – Was ist das eigentlich…?

    Grundsätzlich unterscheidet man bei der Personalsuche zwischen aktiver und passiver Suche. Passive Suchen sind zum Beispiel Stellenanzeigen in Jobportalen oder Ausschreibungen auf der Homepage, die „Aktivität“ liegt dann beim Bewerber, ob er sich bewirbt.

    Eine aktive Suche ist es immer dann, wenn der Suchende „aktiv“ auf die Jagd geht und gezielt mögliche Kandidaten für eine zu besetzende Stelle anspricht. Die Königsdisziplin dabei ist der Direct Search, auch Direktansprache oder bei Führungskräften Executive Search genannt. Diese Suchmethode ist aufwändig, zeitintensiv und auch teuer (von 25.000 Euro bis zu mehreren Hunderttausend Euro bei Top-Positionen), sie ist aber die sicherste Variante, eine vakante Stelle zu besetzen. Zumal einige Headhuntingfirmen – so wie wir auch – auf die erfolgreiche Besetzung noch eine „Garantie“ geben und kostenlos nachbesetzen, wenn die Beschäftigung in der Probezeit scheitern sollte.

    Jeder Kandidat wird auf Herz und Nieren geprüft, persönlich interviewt und in dem Anbahnungsprozess begleitet, auch nach der Einstellung, also der Unterschrift auf einen Arbeitsvertrag. Dafür gibt es auch eine eigene Coaching-Dienstleistung, die sich „Onboarding“ nennt und den Integrationsprozess als Mediator begleitet.

    Nicht immer rechtfertigt die Position einen Direct Search. Dann ist Kreativität gefragt, für weniger Geld, aber dennoch mit einer guten Erfolgsquote, geeignete Bewerber zu finden.

    Am Naheliegendsten wäre es, eine günstige Jobanzeige zu schalten. Aber in der heutigen Zeit sind die Erfolgsquoten gering, denn in Deutschland haben wir nahezu Vollbeschäftigung und „aktiv Suchende“ gibt es viel zu wenige. Daher herrscht ein großer Fachkräftemangel und große Probleme bei der Personalbeschaffung plagen die Unternehmen.

    Ein großes Hindernis ist auch, dass diejenigen, die unzufrieden mit ihrem aktuellen Job sind, dennoch in Ehrfurcht verharren und lieber jammern als sich verändern. Sich mit einem Wechsel zu beschäftigen ist für die meisten mit Sorgen und Ängsten verbunden, man sieht mehr Gefahren als Chancen darin, sich als Suchender zu outen. Zum Leidwesen der Unternehmen, die händeringend ihre Vakanzen besetzen müssen.

    Eine „Anzeige zu schalten“ bringt also nur Arbeit und Bürokratie für die Personalabteilungen, weil unpassende Bewerbungen dennoch bearbeitet werden müssen, aber die Erfolgsquote ist gering und die Zeit vergeht ohne positive Ergebnisse.

    DigitalisierungDer preiswerte Kompromiss – Active Sourcing

    Einen Kompromiss bei der Personalsuche bietet hier das „Active Sourcing“. Es ist auch eine aktive Suche nach geeigneten Bewerbern, aber mit vertretbarem Aufwand und insbesondere über Business-Plattformen und soziale Medien. Angesichts der wachsenden Kommunikationskanäle im Netz kann man bequem vom Firmensitz aus Menschen in aller Welt suchen, kontaktieren, zutexten und so umgarnen.

    Viele Firmen haben daher inzwischen eine Spezialeinheit gegründet oder der Personalverantwortliche agiert selbst, um auf diesem Weg interessante und passende Kandidaten zu suchen, zu kontaktieren und für einen Wechsel zu motivieren.

    Aber wo Licht ist, da ist leider auch Schatten. Inzwischen spricht man vom „Active Stalking“, weil es vielen zu viel wird, ständig über seinen eigenen Account bei XING oder LinkedIN zugetextet zu werden, gerade wenn man nicht auf Jobsuche ist.

    Und wenn Firmen einen potentiellen Bewerber direkt ansprechen, dann weiss man als Empfänger nicht, wer am anderen Ende der Leitung ist und wie diskret diese Ansprache überhaupt verläuft. Wer wird davon erfahren, ist es eventuell sogar ein ehemaliger Kollege, der die Information dankend weitergibt? Schwirrt mein Lebenslauf dann durch alle Fachabteilungen im Konzern? Wer garantiert mir, dass alles erst einmal vertraulich ist? Daher sehen die meisten bei dieser Form der schriftlichen Ansprache von Personen, die man nicht kennt, mehr Gefahren und Risiken und reagieren daher nicht auf die gut gemeinten Avancen.

    Und wir haben es ja schon beleuchtet: Der Deutsche an sich ist vorsichtig und sieht die möglichen Gefahren, im Gegensatz zu seinem angelsächsischen Kollegen, der alles Positive dabei erkennt, aber auch keinen wirklich nennenswerten Kündigungsschutz hat.

    Aus diesem Grund ist es empfehlenswerter, eine Personalberatung übernimmt diese Kontaktaufnahme, dort erkennt der Angesprochene mehr Diskretion und fühlt sich sicherer, ein erstes Interesse zu signalisieren.

    Aber auch hier ist Vorsicht geboten: Auf diesen Zug springen inzwischen sehr viele, die Anzahl an „Personalagenturen“ wird täglich größer und damit sinkt auch die Qualität und der Missbrauch. Und die Gefahr, dass man bei einem ersten Interesse sofort und ungefragt bei diversen Unternehmen als Jobsucher angeboten wird – ist leider ziemlich gross und gehört inzwischen zum Alltag.

    Daher unser eindringlicher  Rat

    Augen auf, wenn Sie so angesprochen werden. Recherchieren und überlegen Sie gut ob, und wenn ja wie, sie sich hier einem vermeintlichen Jobangebot nähern. Prüfen Sie Diskretion und lassen Sie sich diese zusichern. Seien Sie vorsichtig, Ihren Lebenslauf weiterzugeben. Wenn Sie eine Agentur anspricht, prüfen, Sie, wie lange sich diese am Markt befindet, wie seriös die Kontakte zu dem Auftraggeber wirklich sind, wie gut man den Job, den man anbietet, auch wirklich kennt. Lassen Sie sich Referenzen – auch vom Auftraggeber – geben.

    Hier findet man als Suchender geeignete Bewerber:

    • Business-Netzwerke: Xing und Linkedin sind die wichtigsten Adressen für aktive Bewerbersuche.
      Soziale Netze: Facebook und Google+ sind weniger zielgerichtet, bieten aber einen noch größeren Pool an Menschen.
    • Social Media: Auch eine Youtube-, Flickr- oder Instagram-Recherche kann sich lohnen und Talente für bestimmte Aufgaben finden
    • Blogs: Wer einen Grafik-Blog betreibt und Fachwissen zeigt oder einen Koch-Blog hat, der könnte auch als Mediengestalter oder Koch genau passen.
    • Bewerbungshomepage: Eher ein Randphänomen, weil zu anbiedernd, aber nicht uninteressant. Nur wer so einen Job sucht, der kommt und geht vielleicht auch schnell wieder.
    • Crowdfunding-Plattformen: Auch hier, bei Kickstarter zum Beispiel. kann man Unternehmer finden, die für bestimmte Positionen geeignet sein können
    • Foren und Communities: Zielgruppenspezifische Plattformen sind definitv eine wichtige Quelle
    • Lebenslaufdatenbanken, wie Experteer: Wer hier ist, der will gefunden werden – und reagiert auf Anwerbungsversuche garantiert positiv. Nur leider wimmelt es vor Fake-Profilen und veralterten Informationen

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