Business Outfits heute: Wie locker darf es sein?

Christian Pape. Headhunter Blog

Christian Pape, CEO PAPE Consulting Group AG

Sommer extrem. 30 Grad+. Stöhnen, schwitzen, die Leistungsfähigkeit im Job zeigt steil nach unten. In vielen Büros sind Klimaanlagen noch neumodische Gimmicks. Bei 30 Grad hört doch aber dann der Spass wirklich auf. Gibt es Hitze-Outfits für solche Situationen im Büro? Was ist angebracht und was heisst das? Smart Casual? Business Casual? Business Attire? New York chic? Summer Chick? Black Tie? Come as you are? Come undone?  Hashtag: #comeüberhauptnicht?

Formal gilt: Wenn die Innenraumtemperatur trotz Jalousien, Markisen & Co. über die 26-Grad-Celsius-Grenze steigt, dann ist der Arbeitgeber dazu angehalten, eine „Gefährdungsbeurteilung“ durchzuführen und kühlende Maßnahmen zu ergreifen. Laut den Technischen Regel für Arbeitsstätten (ASR) A3.5 »Raumtemperaturen« soll die Lufttemperatur in Arbeitsräumen diese Grenze nämlich nicht überschreiten. Sonst kann das in Einzelfällen zu gesundheitlichen Schäden bei Mitarbeitern führen, etwa bei schwangeren Frauen oder Angestellten, die schwere körperliche Tätigkeiten ausführen. Über 30 Grad wird es für den Arbeitgeber noch heikler, dann muss er konkrete Maßnahmen ergreifen, um die Temperaturen zu senken. Hitzefrei gibt es im Job allerdings nicht, nur hat der Arbeitgeber auch nichts davon, wenn seine Mitarbeiter nichts mehr leisten können, Fehler machen und nur noch im Hitze-Dämmer-Mode sind. Über 35 Grad gilt der Raum dann als endgültig „nicht mehr geeignet“.

Was aber zieht man an im Büro, wenn der Sommer so richtig Fahrt aufgenommen hat? Das Outfit passt sich grundsätzlich immer den Gegebenheiten und dem Anlass an. Es macht einen großen Unterschied, ob Sie zu einer Beerdigung oder einer Bewerbung gehen – hoffentlich gibt es da auch keinen Zusammenhang.
Ein offizieller Empfang, vor Gericht, bei einer Hochzeit, bei einem Konzert oder Theaterbesuch – immer gelten jeweils andere Kleiderordnungen, auch wenn das heute alles etwas „entspannter“ gesehen wird. Im Büro ist es entsprechend. Arbeiten Sie nur im Innendienst, dann ist die Situation entspannter, als wenn ein Meeting ansteht, bei dem der hochdekorierte Chef aus Asien kommt, Sie Bewerbertermine haben oder Sie Kunden erwarten.

Schwitzende Frau im BüroInformieren Sie sich im Zweifelsfall immer vorher, auch, „wie es die anderen machen“, denn nichts ist peinlicher, als wenn man der/ die Einzige ist, der seinen individuellen, farbenfrohen Lebens-und Kleiderstil präsentiert und damit komplett daneben liegt.

Zunächst bestimmt der Arbeitgeber und die Branche, beziehungsweise das Arbeitsumfeld, was angebracht ist. Ein Bankberater in Sandalen ist vermutlich genauso einsam wie eine Bewerberin für einen Chefposten mit tiefem Ausschnitt und einer neonpinken, eng anliegenden Bluse im Erstgespräch.

Der wichtigste Rat: Man sollte immer intern vorher die „Kleiderordnung“ klären, bevor man selbstbewusst in Adiletten und Shorts zum Meeting erscheint. Seien Sie also kein peinliches Überraschungspaket, sondern passen Sie sich an.

Was sind die NoGos?
In vielen Start-Ups wird die Kleiderordnung locker gesehen, aber in Firmen mit Kundenkontakten gilt noch immer ein eher konservativer Stil.
NoGos bei Frauen:
– zu tiefe oder durchsichtige Oberteile
– zu auffällige Outfits in Bezug auf Farbe, Muster, zu eng anliegend, zu kurz
– Flip Flops, ungepflegte Füße bei offenen Schuhen

NoGos bei Männern:
– Krawatte auf Halb Acht: Entweder keine Krawatte oder gut gebunden
– Auffälliger Sommerlook wie weisse Anzüge oder kreative Hemdenmuster
– Shorts und Flip Flops sind nach wie vor grenzwertig und führen in Grenzfällen zum völligen Imageverlust, wenn keiner ihre behaarten, weissen Spargelbeine sehen will

Wie sieht die Kleiderordnung bei einer Bewerbung aus?
Wie so oft im Leben: Es kommt darauf an. Je nach Unternehmen und Position werden andere Outfits von Ihnen erwartet. Recherchieren Sie ein wenig dafür. Wenn Sie sich bei einer hippen Online-Marketing-Agentur bewerben möchten, dann können Sie mit Ihrem Outfit kreativer umgehen als bei einer Bewerbung in einer Anwaltskanzlei.

Darüber hinaus sind die meisten Unternehmen heute in den sozialen Medien aktiv. Bevor Sie zu einem Gespräch gehen, schauen Sie sich diese Social-Media-Kanäle wie Instagram an. Dann können Sie auf Fotos sehen, wie sich das Unternehmen dort präsentiert und welcher Dresscode erwartet wird. Passen Sie Ihr Outfit darauf an, aber geben Sie immer noch einen Schluck dazu. Lieber etwas over- als underdressed. Auf diese Weise zeigen Sie, dass Sie Ihr Bestes gegeben haben.

#happysummerfeeling