Die 5 Geheimnisse erfolgreicher Jobsuche

Die 5 Geheimnisse erfolgreicher Jobsuche

von Christian Pape, Headhunter, Autor, C-Level Berater, Firmengründer

Unsere 5 ultimativen Tipps für eine erfolgreiche Jobsuche

Warum sind die einen erfolgreich bei ihrer Jobsuche und die anderen erhalten ständig aus der Abendkasse…?

Wir haben hier die aus unserer Sicht wichtigsten fünf Punkte und die häufigsten Fehler bei der Jobsuche zusammen gefasst, damit Sie zukünftig „vorne dabei sind“, wenn es darum geht, Ihren Traumjob zu finden.

1. Setzen Sie NICHT (nur) auf Jobbörsen

90% der Jobsucher starten ihre Aktivitäten inzwischen im Netz. Aber es ist wie bei Mietwohnungen. Die wirklich attraktiven Stellen erscheinen nicht in der Öffentlichkeit. Wie werden sie dann vergeben? Beziehungen, Netzwerk, Headhunter – über diesen Weg werden über 80% aller Jobs besetzt – und alles unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Und bei Bewerbungen in Jobportalen haben Sie viel Konkurrenz, die Wahrscheinlichkeit, eine Absage zu erhalten ist also sehr groß, um nicht zu sagen: wahrscheinlich. Und wenn dann noch die Bewerbungsunterlagen schlecht sind – siehe den nächsten Punkt – dann hagelt es „Fahrkarten“, Sie wissen nicht warum, sind restlos bedient und denken, dass Sie der größte Loser auf Erden sind. Dabei ist es nur die falsche Methode, die Sie anwenden.

Und noch ein Punkt: Vermeiden Sie Initiativbewerbungen. Die sind planlos, unspezifisch und landen nie da, wo sie landen sollten. Sie aber haben eine große Erwartungshaltung und werden in den allermeisten Fällen enttäuscht sein.

2. Eine aufmerksamkeitsstarke Bewerbung

Lust auf den Traumjob, das jüngste Buch von Christian Pape für die kreative Jobsuche

Die meisten Bewerbungen sind „Schrott“, das stellte Christian Pape schon 2011 mahnend und auf seine Weise bewusst provokativ in der Süddeutschen Zeitung fest (zum Artikel). Daran hat sich nicht viel geändert, aber genau das ist die gute Nachricht, wenn Sie sich bewerben. Denn die Konkurrenz agiert eigentlich miserabel. Ein erfolgreicher Lebenslauf orientiert sich an der Stellenanzeige, deren Inhalt und arbeitet heraus, warum man genau für diese Position die richtige Besetzung ist. Er ist immer ein individuelles Werk bezogen auf eine konkrete Ausschreibung und weiss, dies auch optisch aufmerksamkeitsstark heraus zu arbeiten. Innerhalb von 6 Sekunden, so ergab eine Untersuchung des Jobportals „The Ladders“ , entscheidet der Leser einer Bewerbung, über Ja oder Nein. Weniger ist also auch hier mehr.

3. Formulieren Sie immer positiv!

„Ich muss  mich verändern“, „Ich suche einen Job“, „Mein Arbeitgeber hat Insolvenz angemeldet, daher suche ich jetzt was Neues…“ und so weiter. Das sind alles negative Beweggründe, die den Leser Ihrer Bewerbung Null interessieren, im Gegenteil, ihm das Gefühl geben, dass Ihnen garnichts anderes übrig bleibt, als sich bei ihm zu bewerben. Und als Notnagel möchte niemand fungieren.

Was also sollten Sie schreiben? Geben Sie dem Empfänger Ihrer Bewerbung immer das Gefühl, dass Sie sich nur für ihn interessieren. Das möchte doch jeder gerne hören. Stellen Sie sich das wie bei einer Partnersuche vor: „Ich möchte mit dir gehen, weil ich gerade Single bin und gerade abserviert wurde!“ Super, das kommt sicher gut an. Damit haben Sie die Fahrkarte ins Fremdschäm-Nirwana schon gelöst. Wenn Sie aber ausdrücken, dass Sie schon auf den ersten Blick verzaubert wurden, sodass Sie unbedingt aktiv werden mussten – das hört doch jeder gerne, oder?

Nicht der Mangel an Jobs ist das Problem, sondern die Art, wie man danach sucht. Wenn Sie also Absagen erhalten, dann vor allem deshalb, weil Sie entweder falsch suchen oder vermutlich Ihre Bewerbungsunterlagen eine Katastrophe sind. DAS ist der häufigste Grund. Es liegt nicht an Ihrer Person, nur an den Methode und deren Umsetzungsversuch, denn Jobs gibt es derzeit wirklich genug.

Nicht jeder Job ist aber geeignet für Sie, bleiben Sie bei der Vorauswahl kritisch, reden Sie ihn sich nicht schön. Denn später unglücklich zu sein im Job ist noch furchtbarer als die Jobsuche selbst. Sie verbringen mehr Zeit „auf der Arbeit“ als mit Ihrem Lebenspartner, machen Sie sich das klar, also bleiben Sie objektiv, denn für Ihren Partner haben Sie sich auch nicht nach einem schnellen Date entschieden. Das heisst: Suchen Sie vor allem nach der richtigen Firma. Also recherchieren Sie gut, es gibt so viele Quellen dafür, wie Kununu, Glassdoor, Foren, Business- und Bewertungs-Portale. Gehen Sie auf Messen und machen Sie sich einen Eindruck von den Unternehmen. Dort können Sie auch gleich erste Kontakte knüpfen. Verfolgen Sie die Karriereseiten dieser Unternehmen, nicht alle Jobs werden in Jobportalen ausgeschrieben.

4. Nutzen Sie Headhunter – aber nur sehr gezielt

Ein Personalberater hat, was Sie als Jobsucher in der Tiefe und Kompetenz gar nicht haben können: Ein über viele lange Jahre gewachsenes Netzwerk auf Entscheiderebene in Unternehmen und Insiderwissen, wie diese Firmen „ticken“. Wissen, an das Sie sonst nicht herankommen würden. Viele Jobs werden niemals ausgeschrieben und die meisten werden exklusiv von einem Personalberater betreut. Im Grunde tut ein Headhunter das Gleiche wie ein Jobsucher: Er sucht nach neuen Jobs (Mandaten), denn das sind seine Aufträge und sein Brot-und-Butter-Geschäft. Der Unterschied ist nur, dass Sie dies nebenbei ein paar Mal im Leben tun und er rund um die Uhr seit vielen Jahren nichts anderes macht.

Aber Vorsicht: Seien Sie kritisch, die Branche ist schwierig zu durchschauen. Es gibt kein Qualitätssiegel und jeder kann diesen Beruf ausüben. Es gibt Heerscharen von drittklassigen „Beratern“, die Lebensläufe um die Welt schicken und SIE über den Ticker gehen, ohne dass SIE wissen, wie es Ihnen geschieht. Recherchieren Sie also gut: Wie lange ist der Personalberater am Markt, welche Kunden hat er? Hat er wirklich Exklusiv-Mandate? Kennt er seine Auftraggeber? Geht er diskret mit Ihren Informationen um? Und selbst wenn Sie denken: „Mein Beruf passt doch nicht zu dem Dunstkreis eines Headhunters“. Oft weit gefehlt, denn immer mehr Berufsbilder werden mit Headhunterhilfe gesucht. Und mehr und mehr Firmen haben Schwierigkeiten, das richtige Personal zu finden. Gerade Unternehmen ohne großen „Markennamen“ (Brand) oder Standortnachteilen haben große Probleme, Ihre Stellen zu besetzen. Und das über alle Ebenen und Berufsgruppen. Nutzen Sie dieses Szenario also.

5. Seien Sie flexibel und erkennen Sie die Zeichen der Zeit – Trendberufe sind die Zukunft

Der Astronaut ist out. In den Siebzigern war er für fast jedes Kind noch das große Vorbild – heute ist der Mann auf dem Mond eher hinter dem Mond und zählt beim Nachwuchs nicht mal mehr zu den begehrtesten Berufen. Wie steht es mit anderen Berufsbildern, bei denen auch faktisch und nicht nur emotional die Sonne untergeht? Einige Beispiele: Zugbegleiter: ein Minus von 30%. Drucker: Minus 58% weniger gesucht als noch letztes Jahr oder: Typographen sind die Spitzenreiter mit -79% (Quelle BFS). Gehören Ihr Job auch zu einer aussterbenden oder wenig gefragten Berufsspezies? Böttcher, Buchbinder, Imker, Hufschmied, Glockengießer, Maßschuhmacherin – das sind sicher Extrembeispiele aus dem Handwerk, die früher Hipp waren aber heute kaum noch Zukunft haben. Hat man so eine Ausbildung, hat man zwangsläufig Probleme bei der Jobsuche. Statt zu jammern, muss man dann aber auch einen Kurzwechsel vollziehen und sich neuen Berufen und Märkten nähern und sich anpassen.

Nehmen wir ein aktuelleres Beispiel:
„… was mit Medien machen…“
gehört zu den Top-Antworten von jungen Leuten, wenn sie zu ihrem Jobziel befragt werden. Aber durch die Digitalisierung unserer Arbeitswelt sind viele Berufe in diesem Umfeld gefährdet. Viele Journalisten haben Probleme, Jobs zu finden, weil Verlage und Redaktionen fusionierten, die Zahl der Leser von Printmedien stetig sinkt und sich die Zeitungen nur zögerlich an den digitalen Wandel anpassen. Was könnten diese Personen mit ihrer Ausbildung und Berufserfahrung tun? Dank des Social-Media-Booms suchen Firmen immer mehr Experten, die im Internet adäquat agieren und sich zum Beispiel um das Image des Unternehmens kümmern, oder als „Content Manager“ Inhalte produzieren, damit man in Google präsenter wird. Auch Themen wie Employer Branding sind in aller Munde. Also macht es Sinn, eine Kehrtwendung zu vollziehen und sich diesen neuen Märkten und Nachfragen zu „stellen“.

Neben allem, was mit Informationstechnologie zu tun hat, wird die Bedeutung des Dienstleistungssektors weiter zunehmen, heißt es in einer gemeinsamen Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) und des BIBB. Neue Berufe gibt es dann in den Sektoren Vermietung, Grundstückswesen und in unternehmensbezogenen Dienstleistungen. Im Gesundheits-, Veterinär- und Sozialwesen wird gar ein eklatanter Mangel an Beschäftigten erwartet.

Verharren Sie also nicht in Ihrem Berufsbild, wenn es wenig Zukunft hat, sondern stellen Sie sich dem Wandel und suchen Sie nach neuen „Berufungen“, für die Sie die Talente und Erfahrungen mitbringen. Denn das wichtigste Einstellungskriterium ist und bleibt der persönliche Mehrwert. Also haben Sie Mut, durchforsten Sie Ihre Talente und Fähigkeiten, frischen Sie diese mit aktuellem Wissen auf und bewerben Sie sich für Positionen mit Zukunft.

Fahnden Sie nach modernen Jobtiteln, es gibt unzählige davon:

Content Manager, Data Scientist, Feelgood Manager,  eSports-Manager, Mobile Developer, Key Accounter, Billing Manager, Facility Manager, First Level Supporter, Lebensmitteltechniker oder Lebensmittelkontrolleur.

Schlagen Sie nach, Sie werden staunen, dass sich dahinter Tätigkeiten und Fähigkeiten verbergen, die Sie durchaus dafür qualifizieren. Haben Sie also Mut, sich mit neuen Berufen auseinander zu setzen, denn sie sind die Zukunft. Seien Sie also ein Teil der Zukunft und kleben Sie nicht an der Vergangenheit!