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Warum schadet Überpünktlichkeit Ihrer Karriere?

Warum schadet Überpünktlichkeit Ihrer Karriere?

Warum schadet Überpünktlichkeit Ihrer Karriere? 1280 426 Monika Huber
Monika Huber

Monika Huber Assistentin der Geschäftsleitung

Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben. So heißt es sogar in einem Sprichwort. Wenn Sie zum Beispiel zu spät zu einem Vorstellungsgespräch kommen, werden Ihre Chancen, ein Vertragsangebot zu bekommen, deutlich sinken. In Meetings oder bei anderen Terminen werden Sie bei zu spätem Eintreffen auch schief angesehen. Zuspätkommen kann sogar ein Kündigungsgrund sein. Dann dürfte es doch nicht schaden, wenn wir ab sofort und in alle Ewigkeit immer schon 15 bis 30 Minuten früher zu jeglichen Terminen oder zum Arbeitsbeginn erscheinen. Doch auch Überpünktlichkeit kann der Karriere schaden. Es könnte Sie sogar ein Geschäft platzen lassen.

Unwohlfühlfaktor Nr. 1: Stress wird verbreitet

Versetzen Sie sich einmal in die Lage Ihres Gesprächspartners. Wartet der andere Teilnehmer schon geduldig in der Lobby, werfen Sie doch sicherheitshalber einen oder zwei Blicke auf die Uhr. Vielleicht haben Sie ja die Zeit vergessen. Trotzdem versuchen Sie so schnell wie möglich den Termin einzuhalten, obwohl Sie vielleicht noch Unterlagen durchgehen wollten. Gesprächspartner werden somit unnötig unter Druck gesetzt. Die Überpünktlichkeit lässt das Gespräch nicht entspannt beginnen. Dabei ist das der Faktor, der für gelingenden Gespräche sorgt. Sind Sie zu früh, so kann es sein, dass der Gesprächspartner unvorbereitet in den Termin geht.

Unwohlfühlfaktor Nr. 2: Der eigene Ruf wird gefährdet

Sie sitzen bereits an Ihrem Tisch und sind so vertieft, dass Sie noch nicht mal Ihre Kollegen begrüßen, die gerade zur Tür kommen. Geschweige denn, dass Sie Zeit für einen kleinen Small Talk haben. Natürlich all das gepaart mit einem genervten Blick auf die Uhr. Auch ohne diese Kleinigkeiten ist ein zu frühes Erscheinen am Arbeitsplatz negativ zu bewerten.

Ihr Image ist dahin. Sie gelten als karrieregeil, egoistisch oder Schleimer. Die Folge wäre im schlimmsten Fall, dass Sie Opfer eines gezielten Mobbings werden. Gelästert wird ohnehin über Sie. Selbst wenn Sie dann versetzt werden oder den Job wechseln, war dies für Ihre Karriere, ihre Gesundheit und Ihrer Zufriedenheit am Arbeitsplatz nicht forderlich.

Unwohlfühlfaktor Nr. 3: Wer etwas auf sich hält, macht sich rar

Überpünktlichkeit schadet Ihrer KarriereSchauen Sie sich doch einmal ruhig um. Wer kommt zu früh, wer bleibt länger? Diese Personen werden schnell übersehen. Wenn Sie wichtig wären, würde man Sie auf Geschäftsreisen oder in Terminen finden – auf jeden Fall nicht am Schreibtisch. Wenn Sie also 20 Minuten vor der Zeit am Schreibtisch sitzen, geben Sie den anderen das Gefühl, dass Sie sonst nichts Besseres zu tun haben.

Unwohlfühlfaktor Nr. 4: Ihnen fehlt das Selbstbewusstsein

Sie haben Angst vor jeder noch so kleinen Verspätung? Lieber sind Sie zu früh dran. Wie hängt das mit Ihrem Selbstbewusstsein zusammen? Sie versuchen durch das frühe Kommen eine Verspätung zu verhindern. Somit vertrauen Sie nicht auf Ihre Fähigkeiten und wissen nicht, welchen Wert Sie dem Unternehmen geben. Hin und wieder etwas verspätet zu kommen, ist kein Weltuntergang. Stehen Sie lieber zu diesen Fehlern, wenn Sie nicht übermäßig oft auftauchen. So entwickeln Sie ein gesundes Selbstbewusstsein.

Unwohlfühlfaktor Nr. 5: Sie werden nicht wertgeschätzt

Sind die Arbeitszeiten im Vertrag geregelt, ist es reines Privatvergnügen, wenn jemand zu früh zur Arbeit erscheint. Dies muss dann auch nicht bezahlt werden, falls es keine gleitenden Anfangszeiten gibt. Unabhängig davon wird es meistens nicht registriert und vom Vorgesetzten nicht wertgeschätzt, wenn Sie zu früh zur Arbeit kommen.

Was ist Pünktlichkeit?
Mit Pünktlichkeit wird das Einhalten eines verabredeten Zeitpunkts gemeint. Es gibt dabei aber bestimmte Toleranzgrenzen. In der Hochschule zum Beispiel hat sich das „akademische Viertel“ etabliert. Hier wird eine Verspätung von 15 Minuten toleriert. Die meisten Vorlesungen beginnen auch erst eine Viertel-Stunde nach der vollen Stunde.
Mehreren Umfragen zufolge ist für die Mehrheit der Deutschen eine Verspätung von 5 Minuten vertretbar. Das „akademische Viertel“ hat dagegen eine geringere Akzeptanz. Eine viertel Stunde allerdings ist die maximal vertretbare Wartezeit für fast alle.
Merke:
Es kann auch grob unhöflich sein, zu früh zu kommen. Auch wer zu früh erscheint, ist unpünktlich!

Fazit: Tipps gegen Un- und Überpünktlichkeit

Wenn wir nicht zu spät kommen, aber auch nicht zu früh erscheinen dürfen, was sollen wir dann nur machen? Auf die Minute pünktlich zu erscheinen, wird niemanden gelingen. Wie also diesem Dilemma entgehen? Keine Sorge! Auf die Minute pünktlich müssen Sie nicht sein. 5 Minuten Puffer können Sie immer einplanen.

Nachfolgend haben wir für Sie ein drei Tipps zusammengefasst, wie Sie sowohl das zu-spät-Kommen als auch die Überpünktlichkeit vermeiden können.

  • Schrittweise die Unpünktlichkeit reduzieren: Wenn Sie notorisch zu spät kommen, versuchen Sie dies um 5 Minuten zu verbessern. Trainieren Sie die Pünktlichkeit! Dies können Sie auch in der Gegenrichtung anwenden. Sollten Sie notorisch zu früh da sein, gehen Sie schrittweise auf die richtige Zeit zu.
  • Einen Wecker verwenden: Gehören Sie auch zu den Menschen, die in Ihrer Arbeit vertieft, die Zeit für das nächste Meeting übersehen, so stellen Sie sich einen Wecker oder eine Erinnerung. Sollten Sie immer zu früh kommen, können Sie sich auch dieses Hilfsinstrument zu eigen machen, indem Sie sich erst mit Läuten des Weckers entweder auf den Weg machen oder Ihre letzten Vorbereitungen treffen.
  • Noch schnell…: Müssen Sie noch schnell etwas erledigen? Läutet gerade noch das Telefon? Kommt noch eine wichtige E-Mail in Ihr Postfach? All das sind Faktoren, dass Sie zu spät kommen. Lassen Sie dies getrost liegen und Sie kommen nicht zu spät. Auf der anderen Seite können die notorischen zu-Früh-Kommer noch Kleinigkeiten erledigen, die nicht mehr allzu viel Zeit beanspruchen. Somit nutzen Sie die Zeit sinnvoll, statt zu warten.

Sollten Sie doch übermäßig zu früh kommen, können Sie zum Beispiel einen kleinen Spaziergang machen oder telefonieren. Bei Unpünktlichkeit dagegen hilft nur eine aufrichtige Entschuldigung. Sollten Sie durch ungünstige öffentliche Verkehrsverbindungen jeden Tag zu früh in die Arbeit kommen – vorausgesetzt Sie haben feste Arbeitszeiten – sprechen Sie dies rechtzeitig an. So vermeiden Sie Fehlinterpretationen und Missverständnisse.

Eines ist jedoch sicher:

Überpünktlichkeit oder Unpünktlichkeit – beides kann Ihrer Karriere schaden.

Vor allem bei einem Vorstellungsgespräch ist Pünktlichkeit wichtig, wie Sie unserem Bewerberlexikon entnehmen können.

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